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Alternative Fakten in postfaktischen Zeiten (von Marcus Hanke)

Symbolbild: © gguy, fotolia
Kommentar von Marcus Hanke, Witten
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Die Beraterin des Präsidenten Donald Trup, Kellyanne Conway, nutze diesen Ausdruck, um die Aussage des Pressesprechers von Trump, zu verteidigen.
So Conway: „[…] seien Sie nicht so übertrieben dramatisch. Sie sagen, es wäre eine falsche Behauptung, und […] unser Pressesprecher Sean Spicer präsentierte dazu alternative Fakten.“
Chuck Todd entgegnete daraufhin: „Alternative Fakten sind keine Fakten. Es sind Unwahrheiten.“

Und was sind Unwahrheiten? Genau, es sind Lügen!

System hinter den alternative Fakten
Manche Menschen wollen Lügen glauben, da dies für sie bequemer ist. Die Wahrheit, die eigene Gewissheit zu verteidigen, kostet nämlich Kraft. Diese Kraft hat nicht jeder bzw. nur in Maßen.
Denn wer eine Lüge immer wieder hört oder liest, neigt nach einer gewissen Wiederholung dazu, diese Lüge als Wahrheit hinzunehmen.
Es ist einfach angenehmer, die Lüge zu glauben als an seiner eigene Kritikfähigkeit oder Wahrheit festzuhalten.
Wir geben also die Wahrheit auf, nehmen die Lüge an und schon ist die innere Harmonie wieder hergestellt.

Vernunft vs. postfaktischen Zeiten
Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte sich vors Mikro und sagte: „Es heißt ja neuerdings, wir lebten in postfaktischen Zeiten. Das soll wohl heißen, die Menschen interessieren sich nicht mehr für Fakten, sie folgen allein den Gefühlen.“

Es gibt Fakten und Gefühle. Fakten sind die Wahrheit. Gefühle sind Resultat eines chemischen, inneren Prozesses, der unbewusst abläuft und schwerlich beeinflusst werden kann.

Wer an Fakten glaubt, kann dies mit guter und schlechter Laune machen. Doch je nach Gefühlslage, kann man die Fakten annehmen, missachten oder uminterpretieren.
Es ist daher durchaus ratsam, die Faktenlage möglichst unemotional zu checken.
Da Donald Trump jedoch extrem polarisiert und Gefühle dadurch sehr schnell „anschwellen“, ist diese nüchterne Betrachtung nicht jedem möglich. Weder seinen Fans noch seinen Hatern.

Strategisches vorgehen der Lügner
Letztlich steckt eine gewisse Strategie dahinter, die Fakten mit emotionalen Äußerungen (Twitter und anderen Social Media-Accounts) zu manipulieren. Davon leben letztlich Fake News-Lügner und ihre Anhänger. Doch auch den Anhängern des gemäßigten Lagers würde mehr Mäßigung gut tun. Jeder emotionale Angriff führt zu noch mehr „Druck im Kessel“, der entweichen muss.

Was tun gegen alternative Fakten/Lügen?
Jeder sollte die Quelle prüfen und am besten mehrere seriöse, unabhängige Quellen zu Rate ziehen. Das lernt man eigentlich schon in der Schule.
Jeder, der kommuniziert, hat eine Absicht. Man prüfe also besser, welche Absicht der Sender mit seinen Äußerungen anstrebt.
Das Ziel von Lügnern ist in den meisten Fällen unseriös. Wem glaubt man eher? Unabhängigem Journalismus, Tatsachenberichte oder twitternden Machthabern, die bereits in der Vergangenheit gelogen haben?

Nice to know
Die Verkäufe von George Orwells Klassiker „1984“ sind in den letzten Tagen stark angestiegen.
In dem Buch werden Fakten durch „Neusprech“ ersetzt und verändert. Und so weit sind wir davon nicht entfernt. Alternative Fakten in postfaktischen Zeiten, Fake News, Lügen und Gerüchte betreffen uns alle. Seien wir kritisch!

Mehr zum Thema:

Fake News versus Wahrheit (mit konkretem Beispiel: Alexander Breitinger aus Göppingen, angeblicher Geschäftsf. Music- & Dreamclub)

Wie gehst du als Model mit Hatern, Trollen, Fakes und Lügen-Postings um?

Ein Gedanke zu „Alternative Fakten in postfaktischen Zeiten (von Marcus Hanke)“

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